KNESEBECK

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Literatur-Gottesdienst Knesebeck

 

Voila, die Premiere in Knesebeck in der St. Katharinen-Kirche ist gelungen!

Literatur der Gegenwart wurde (von den Mitarbeitern der Bücherei unter der Leitung von Marion Wiemann aus dem Haus kirchlicher Dienste in Hannover) in Bezug gesetzt zu Geschichten aus der Bibel.

Das Buch „Altes Land“ der Autorin Dörte Hansen war auserwählt worden und das Thema „Heimat“ aufgegriffen. Dazu passte ausgezeichnet das Lied von Anna Depenbusch: „Meine Heimat und ich sind wie Schatten und Licht verbunden. Meine Heimat und ich sind verwandt für den Rest dieser Zeit“.

In ihrem Debutroman Altes Land, schreibt Dörte Hansen vom Leben im bekannten Obstanbaugebiet vor den Toren Hamburgs. Sie erzählt von knorrigen, alteingesessenen Bauern, von Weltkriegs- und anderen Flüchtlingen, von zugezogenen Städtern, die im Landleben ihre neue Bestimmung suchen. Klammer all dieser unterschiedlichen Facetten des Landlebens ist das Thema Heimat und Heimatlosigkeit.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Frauen. Die verschrobene Einsiedlerin Vera, die 1945 als Flüchtlingskind auf dem Eckhoff-Hof im Alten Land strandet, dort hängen bleibt, aber nie heimisch wird. Und ihre Nichte Anne, die erst von ihrem kleinen Bruder, der sich als Wunderkind entpuppt, aus der Musik vertrieben wird, und dann von der Geliebten ihres Lebensgefährten aus der gemeinsamen Wohnung.

Mit Ausschnitten wurden die Hauptfiguren aus verschiedenen Perspektiven aus dem Roman vorgestellt, sodass jeder Besucher, auch der, der das Buch nicht kannte, sich in die Personen und den Inhalt hinein versetzen konnte. Mit musikalischen Unterbrechungen konnte jeder verfolgen, wie sich die Hauptfigur Vera Eckhoff trotz aller Demütigungen zur Wehr setzt und ihr Selbstbewusstsein nicht verliert. Das Thema Heimat zog sich wie ein roter Faden durch die Ansprache der Frau Wiemann. Jeder und jede von uns hat eigene Heimaterfahrungen, wohltuende, wehmütige, sehnsuchtsvolle und auch vielfach gebrochene Erfahrungen mit dem, was das Wort Heimat für uns meint. Das Thema ist hochaktuell wie nie zuvor: gerade heute steht das Flüchtlingsthema immer wieder in der Öffentlichkeit. Allerdings, so Frau Weimann, gibt es glücklicherweise auch viele Menschen, die sich bereit erklären, Flüchtlinge zu begleiten und Geborgenheit anzubieten.

Danach begrüßte die Leiterin der Bücherei, Frau Bettina Winter, noch zahlreiche Kirchenbesucher zum Büchereicafe mit Talk. Sie sprach von den Vorteilen von richtigen Büchern gegenüber ebooks: Papier fühlt sich gut an, neue Bücher riechen gut, Bücher haben eine unbegrenzte Akkulaufzeit, unterstützen alle Formate, sind sturzresistent und Bleistift kompatibel. Und das Wort zum Schluß ihrer Begrüßung. Bücher sind wie Kekse, hat mal mal angefangen, kann man nicht mehr aufhören, sie zu verschlingen.

Zum Literatur Gottesdienst wurde übrigens 1 ganzes Regal neuer Bücher angeschafft!

„Sprechstunden“ Dienstags und Mittwochs von 9 Uhr bis 12.30 Uhr und Donnerstags von 16 Uhr bis 18.30 Uhr.