KNESEBECK

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1939er Jahrgang – 1954 Schulabgang –

2019 Treffen nach 65 Jahren

 

 

 

Klassenfoto von links unten :  Emmi Cohrs, Anne-Marie Wallmann, Bruno Kern, Adolf Ladwig

oben von links:   Willi Präger, Werner Müller, Henry Bühring, Werner Sannwald

 

80 Jahre und so viel erlebt!  Das hat ein ehemaliger Knesebecker.

Bruno Kern, der mit 20 Jahren nach Kanada auswanderte, zum Anlass genommen, mal wieder in die alte Heimat zu reisen und ein paar der Schulkollegen zu treffen. Gesagt, getan, Werner Müller hat es geschafft, dass acht der „Ehemaligen” zum Treffen kamen.

Die alten Knesebecker werden sich erinnern: Die Einschulung 1945 bzw. 1946 konnte wegen der Besetzung der Amerikaner nicht in der Schule stattfinden, der alte Bahnhofsgaststätten-Saal war der Ersatz. In jeder Ecke, Bühne, Empore und Saal, befand sich eine Gruppe der 56 Kinder, die Frau Käthe Grave mit aller Kraft und dem Rohrstock zu „Zucht und Ordnung“ bringen wollte.

Es gab weder Schultüten und erst recht keinen Tornister. Wohl dem, der einen auf dem Dachboden hatte. Gearbeitet wurde mit Tafel, Schwamm, Lappen und Griffel. Hefte gab es dann später gegen Austausch von Altpapier!

Alle Kinder wurden damals geprägt durch die Kriegszeit. Es waren viele aus der Heimat vertrieben worden, in Knesebeck gelandet und alle Bewohner, sowohl die Einheimischen, als auch die Geflüchteten, mussten zusammenrücken. Bereits mit 14 Jahren war es soweit: die Entlassung aus der Schule! Die meisten konnten es sich nicht leisten, eine höhere Schule zu besuchen, denn das kostete Schulgeld. Das hatte zur Folge, dass viele der männlichen Schulabgänger bereits mit 17 Jahren Gesellen waren. Die Mädels wurden in der Landwirtschaft oder im Haushalt untergebracht. Viele haben es jedoch geschafft, auf dem 2. Bildungsweg noch das Abitur nachzuholen und auch zu

studieren.

Die Wiedersehensfreude war groß, da sich die meisten über Jahre nicht mehr gesehen hatten.

Viele Anekdoten und Erinnerungen kamen hoch. Spekulationen, wie das Leben verlaufen wäre, wenn es den Krieg nicht gegeben hätte, helfen nicht…

Es wurde ein fröhlicher Abend, den die acht 80-er nicht so schnell vergessen werden.

 

 

Zufällig traf ich am nächsten Tag noch eine Gruppe, die sich im gleichen Alter befindet, davon ist Frau Göhres die einzige Knesebeckerin. Sie kommt aus Schneverdingen und trifft sich seit vielen Jahren, jedes Jahr am 3.10., mit einigen Klassenkameraden, dieses Jahr in Knesebeck. Und das zum 36. Mal!