KNESEBECK

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Schulprojekt ohne Rassismus und mit Courage

 

 

Was für ein multikulturelles Zusammentreffen in der Integrations-Werkstatt Nordkreis Gifhorn in Knesebeck. Das Gymnasium Hankensbüttel ist eine Schule ohne Rassismus und mit Courage.

Dieses mit Leben zu füllen, brachte 5 Schüler auf die Idee, im Rahmen der diesjährigen

Projektwoche ein Projekt zu starten. Die Gruppe (Henrik Boehm, Jona Gakenholz, Cedric Otte, Moritz Schulze, Jan-Marek Niebuhr) hat es sich zum Ziel gesetzt, das Projekt mit Geflüchteten zu starten, in dem sich intensiv mit den Geschichten, den Fluchtursachen und den Perspektiven der Menschen hier vor Ort auseinander gesetzt wird.

Dabei war es gemeinsam mit den Lehrkräften, Frau Anja Toth-Hohman und Anna Podewski,

sehr wichtig, nicht nur die theoretische Arbeit zu gestalten, sondern über einen praktischen Zugang und persönlichen Kontakt, Vorurteile abzubauen, hinter die Fassade zu schauen und das menschliche Schicksal in den Mittelpunkt zu stellen.

Auf der Schulbank beschäftigten sich die Jugendlichen aus Jahrgang 8 bis 11 mit verschiedenen historischen Fluchtwellen wie die nach dem Zweiten Weltkrieg, den Vietnam-Krieg, die Russland-Deutschen sowie mit der politischen Situation in den Herkunftsländern der aktuellen Flüchtlingswelle.

Bei der Exkursion in die Integrations-Werkstatt näherten sich die Schüler und die Teilnehmer der Werkstatt an und versuchten, über alltägliche Dinge wie Fußball, Essenskultur, Familie, Leben hier auf dem Lande etc. ins Gespräch zu kommen. Es entstanden kleine, intensive Gesprächsrunden mit tollen Ergebnissen.

Nach einem gemeinsamen, köstlichen Frühstücksbuffet im Gemeinschaftsraum (mitgebracht von den Schülern) moderierten Cedric, Moritz und Henrik das Hauptthema des Vormittags: Heimat. Für die meisten ist es die Familie, Freunde, Geborgenheit und Traditionen. Der Mitarbeiter und Dolmetscher der Werkstatt, Ahmed Qestha, berichtet, dass viele Geflüchtete sich hier schon gut eingelebt haben und auch die dörfliche Gemeinschaft mit den vielen Ehrenamtlichen schätzen.

Natürlich fehlt die Heimat und insbesondere die Familie, aber sie hätten auch schon viel gelernt; z.B. brauche man hier immer eine Einladung, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen, im Heimatland gehe das alles sehr unkompliziert und spontaner!

Jona Gakenholz findet die Erfahrungen der wenigen Stunden sehr positiv, hat alles genau

festgehalten, um es für eine Präsentation zu nutzen. Er findet den Zusammenhalt der deutschen Teilnehmer und den geflüchteten Teilnehmern sehr angenehm, das Wort Rassismus taucht hier nicht auf. Moritz ist angenehm überrascht, was hier geleistet wird, die Hochbeete, Fahrradreparaturen und die Kunstwerke.

Cedric und die anderen nehmen die persönlichen Erfahrungen über die Projektwoche hinaus mit ins Leben, sie werden offener auf die Menschen zugehen. Ängste würden abgebaut und sie hätten gelernt, wie man ins Gespräch kommt. So kann ein gutes Miteinander funktionieren!

Beide Seiten, Schule und Integrations-Werkstatt, können sich auf Grund des Erfolges des Treffens einen weiteren Austausch vorstellen.