KNESEBECK

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111 Jahre Gewerkschaften im Isenhagener Land

 

 

„Visionen und Hoffnungen sind ein großer Bestandteil der Integrationswerkstatt und passen denke ich, sehr gut zu Ihrem Jubiläum“ So Uschi Schüller von der BUTTING Akademie gGmbH bei ihrer Begrüßung. Dazu kam, daß die große Werkhalle der perfekte Ort war, um die Einblicke in die Geschichte der DGB zu präsentieren.

Klaus Schneck, seit über 40 Jahren Mitglied des DGB und lange Zeit Vorsitzender des Kreises DGB Isenhagener Land, hat diese Halle ausgewählt, um den Bogen von 1908 zu heute zu spannen. Mit dem Thema Eisenbahn ab 1900 war die Abgeschiedenheit unserer Region zu Ende und die Menschen beweglicher. Bis zu 90 Zimmerleute beschäftigte die Firma Wullschläger, die in dieser Halle gesägt und gehobelt haben und in ganz Niedersachsen Häuser gebaut haben. Einer der Zimmerleute Gewerkschaftler war der Knesebecker Albert Haven, der ebenfalls als Zeitzeugen bei der Aufarbeitung der Geschichte zu Wort kommt.

Anhand von Schautafeln mit Dokumenten, alten Fotos und Geschichten aus der Region konnte sich jeder ein „Bild“ von den Anfängen „Leben-Arbeiten-Kultur“ im Isenhagener Land machen. Gundolf Algermissen, Geschäftsführer der Akademie für Gewerkschaftsgeschichte, hat ein Dokument erstellt, das eindrucksvoll dieses genau beleuchtet. Nachdem Michael Kleber DGB Regionsgeschäftsführer die Feierstunde eröffnet hatte, waren 2 Stücke des Chors der Musik AG Wiethornschule Hankensbüttel unter der Leitung von Inga Warnecke zu hören.

Beeindruckt von der Führung durch die Werkstatt war Michael Sommer, der ehem. Bundesvorsitzende des DGB, der dann die Festrede, wie passend, an einer Sägemachine, die als Rednerpult diente, hielt. Er sei froh, in dieser Einrichtung zu sein, in der Menschen integriert werden, um Heimat, Freunde und Job zu finden. Auszüge aus seiner Rede: Die Gewerkschaft ist Mein Leben, meine Großfamilie, die vereint ist, um die Idee von Solidarität und Gemeinschaft aufzubauen und weiter zu entwickeln. In 11 Jahren seit der Jubiläumsfeier zum 100. seien wichtige Dinge passiert, u.a. der 10 Jahre dauernde, größte Kampf seit Beginn der Wirtschaftskrise, die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes. Er hat 3,6 Mill. Menschen geholfen, ihre Arbeits-und Lebensbedingungen zu verbessern. Zu danken den Gewerkschaften, Betriebsräten und vielen Unternehmen, die über ihren Schatten gesprungen sind. Gewerkschaftsarbeit bedeutet, zu versuchen, den Menschen ihre Ängste zu nehmen und den Bogen jetzt zu spannen für den Zukunftsdialog. Dazu gehört auch das politische Pendant in der Gesellschaft, da wir ja Interessenvertreter und kein Ersatz für eine politische Partei sind. Wir kämpfen für die Würde der Arbeiter, den Stellenwert der Arbeit und werden uns für die Zukunft weiter entwickeln, um im Zeitalter von Technik und Digitalisierung die Brücken zu bauen. Die Gewerkschaft hat ca. 6 Mill. Mitglieder und ist stark genug, damit sich das Rad der Sozialgeschichte weiter dreht.

Nach einem herzlichen Dankeschön an das Kollegen-Team des DGB Kreisverbandes um Klaus Schneck und der IGM Wohnbezirksleitung um Heiko Jordan, die die Halle liebevoll gestaltet hatten und dem Team der Integrations-Werkstatt gab es ein „Come together“ mit Snacks, Dialogen und Gesprächen über die Geschichten des Abends.